80 Jahre befreit
Am 29. April 1945 wurde Dachau von US-Truppen befreit.
Die Feierlichkeiten zu diesem 80. Jahrestag haben ein umfangreiches Programm.
Am 29. April 1945 wurde Dachau von US-Truppen befreit.
Die Feierlichkeiten zu diesem 80. Jahrestag haben ein umfangreiches Programm.
Die Bildung der Internationalen Brigaden war eine Reaktion auf den internationalen Aufruf, die Spanische Republik gegen den Vormarsch des Faschismus zu verteidigen. Freiwillige aus aller Welt, inspiriert von Idealen der internationalen Solidarität, schlossen sich zusammen, um für die Sache der Republik zu kämpfen, und blieben von Oktober 1936 bis zu ihrer Auflösung am 28. September 1938, kurz vor dem Ende des spanischen Bürgerkriegs im Jahr 1939, in Spanien.
Eine den österreichischen Brigadeangehörigen gewidmete Gedenktafel im Erinnerungsraum der Gedenkstätte Dachau bringt uns das Wiedersehen zwischen den spanischen Deportierten und den Brigadeangehörigen näher. Dieses Wiedersehen war für die Spanier eine unschätzbare Hilfe, die sie während der Zeit ihrer Deportation begleitete. Die Sprachbarriere war ein großes Hindernis für ihre Täter.
Als Präsidentin des Spanischen Vereins Amical Dachau hat Cristina Cristóbal eine Kooperation mit der Österreichischen KZ-Gemeinschaft Dachau geschlossen, um gemeinsam am 5. Juni 2024 im Cervantes-Institut in München das Gesprächskolloquium „Rotspanier und die Interbrigadisten: die Weitergabe ihrer Erzählungen an die nächste Generation.”
Bei dieser Veranstaltung ging es darum, die verschiedenen Familienerzählungen zu teilen und weiterzugeben, die uns das Leben von drei nach Dachau deportierten Menschen näher brachten: Ferdinand Berger, Alois Peter und Fermín Cristóbal. Drei Leben mit einer Parallelgeschichte, die im Spanischen Krieg begann und mit ihrer Deportation nach Dachau endete.
Felipe Santos,Cristina Cristóbal, Ernst berger, Eva Friedler, Carlos Collado Seidel Foto: Instituto Cervantes de Múnich (2024)
Pierre Schillio in Anwesenheit von Patricia Mirallès, Staatssekretärin beim Minister der Streitkräfte, zuständig für Kriegsveteranen und Erinnerung, anlässlich der Zeremonie zur offiziellen Gründung der Union der Verbände zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Lager am 3. Oktober 2023
V.l.n.R. Bürgermeister Dachau Florian Hartmann, CID Präsident Dominique Boueilh, Preisträger Josch Döpp M.A., Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Dr. Gabriele Hammermann
Aus Anlass der Verleihung des Stanislav Zámečník-Studienpreises für das Jahr 2024 trafen sich am Samstagnachmittag des 6. Juli 2024 der Präsident des CID Dominique Boueilh, Generalsekretärin Cristina Cristóbal, Dr. Ernst Berger, Frau Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Dr. Gabriele Hammermann, Florian Hartmann, Bürgermeister der Stadt Dachau, Mitglieder des CID sowie weitere eingeladene Gäste im Plenarsaal des Neuen Dachauer Rathauses, um den Stanislav Zámečník-Studienpreis für das Jahr 2024 zu übergeben.
© Comité International de Dachau
Einige Waggons werden so nach und nach zu wahren Massengräbern, in denen die Menschen an Hitze, Wassermangel, Erstickung oder durch die Schläge ihres Nachbarn, der um sein eigenes Überleben kämpft, sterben.
Vom 2. bis 5. Juli 2024 unternahm die Amicale française du camp de concentration de Dachau eine viertägige Gedenkfahrt mit einer Gruppe, die aus den Familien der Opfer oder Überlebenden des Deportiertenkonvois 7909 bestand, der am 2. Juli 1944 mit mehr als 2000 Männern an Bord in Compiègne abfuhr und während des Transports mehr als 550 Opfer forderte.
Fotos von den Feierlichkeiten im Mai dieses Jahres finden Sie hier.
Ansprache von OB Hartmann
Gedenkfeier am Krematorium
So. 5. Mai 2024, 10.45 Uhr
Wir haben uns heute wie jedes Jahr am Krematorium versammelt, um der Opfer des Konzentrationslagers Dachau zu gedenken. Ich möchte zu allererst den anwesenden Überlebenden meinen Dank und meine Hochachtung ausdrücken, die im hohen Alter den beschwerlichen Weg auf sich genommen haben, um zur heutigen Befreiungsfeier nach Dachau zu kommen.
Rede Marine Charbonneau, Mahnmal für die Opfer des Todesmarsches, 4. Mai 2024
Guten Abend. Ich danke Ihnen, dass Sie heute alle hierher zum Mahnmal für die Opfer des Todesmarsches gekommen sind. Mein Name ist Marine Charbonneau, ich komme aus Frankreich und bin für ein Jahr als Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste an der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Als ich im September 2023 hier ankam, hatte ich bereits ein gutes Wissen über die Geschichte des Nationalsozialismus und der deutschen Besatzung meiner Heimat. Aber acht Monate Freiwilligendienst haben meine Perspektive verändert. Von nun an ist mein Blick auf die Zukunft gerichtet, auf die zukünftigen Generationen. Geschichtsunterricht allein reicht nicht Gedächnisbuchprojekt für die Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau wurde mir diese Notwendigkeit, jungen Menschen mehr als nur historische Fakten zu vermitteln, erst richtig aus, um die Ereignisse zu verstehen; man muss sie mit der Gegenwart und der Zukunft verbinden, um zu verhindern, dass sich die gleichen Gräueltaten, in welcher Form auch immer, wiederholen.
WIEDER AN DER GRENZE
Rede zum 79. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau
Schießplatz Hebertshausen 4. Mai 2024
Schnurgerade zieht der Pflug seine Spur. Wie Messer zerschneiden die Scharen die schwarze Mooserde und werfen sie in lockere Schollen. Weiße Steine liegen darin. Krähen stürzen auf die frisch aufgeworfene Erde und picken danach. Seit Stunden steuert der Junge den Traktor, Zeile für Zeile, auf und ab, gedankenverloren. Drüben am Rand des Feldes ist nur Gestrüpp zu sehen, Brombeerranken und wilde Birken. Die Grenze zu dieser Wildnis wird von einer schnurgeraden Reihe hoher Betonsäulen markiert. Einige von ihnen sind abgebrochen, aus den Abbruchstellen ragt verrostetes Eisen. Geheimnisvoll und bedrohlich stehen sie in der Wildnis. Stacheldrahtreste hängen an ihnen. Ein Papiersack hat sich daran verfangen und jammert im Wind. Das Gelände hinter den Pfosten, so haben es die Erwachsenen dem Jungen gesagt, habe einst seinem Großvater gehört.
Rede Carlotta Seidel , Schiessplatz Hebertshausen 4 Mai 2024
Seit September mache ich ein Freiwilliges Soziales Jahr im Max-Mannheimer- Studienzentrum in Dachau. Als ich angefangen habe, dort zu arbeiten, ist mir klar geworden, wie wenig ich eigentlich über den Nationalsozialismus in der Schule gelernt habe. Es gibt viele Themen, die gar nicht angesprochen wurden. Zum Beispiel, dass sowjetische Kriegsgefangene in verschiedene Konzentrationslager gebracht wurden, um dort direkt ermordet zu werden. Dass diese Menschen in den Konzentrationslagern nie registriert wurden. Dass bis heute nur wenige Namen bekannt sind.