Am 25. März 1920 geboren.
Kurz vor dem Krieg tritt er in das 39. Infanterieregiment in Rouen ein. Am 14. Mai 1940 während des deutschen Einmarsches kämpft er gegen die Truppen von General Rommel und überquert die Maas in Belgien. Er wird zum Sergeant befördert und mit dem Kriegskreuz ausgezeichnet.
Als Kriegsgefangener (KG) wird er in ein Stalag1 und dann in ein Kommando in Oberschlesien geschickt. Er flüchtet, wird aber nach einem fünf nächtelangem Marsch wieder festgenommen. Sein zweiter Fluchtversuch endet mit seiner Gefangennahme an der holländischen Grenze und mit sechs Monaten im Spital. Nach seiner Rückkehr in Frankreich Anfang 1942 geht er zum Widerstand über.
Durch einen Fluchtkameraden tritt er zuerst mit dem französisch-belgischen Fluchtnetz „Linie Komet" in Kontakt, welches die abgeschossenen englischen Piloten holt und sie nach Spanien befördert, damit sie nach England2 zurückgelangen. Er hofft auf dieser Weise sich den freien französischen Streitkräften in London anschließen zu können. Er steht auch mit dem normannischen Verantwortlichen für die „Bewegung Widerstand" Herrn DRAGON in Verbindung und verbreitet dessen illegale Zeitung.
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Gefälschte Papiere um in Spanien einzureisen klicken Sie auf das Bild zu vergrößern. |
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Im März 1943 engagiert er sich mit ehemaligen Kameraden aus der Gefangenschaft in den französischen Kampfverbänden im Rahmen des „Netzes Charette“, an dessen Leitung der Neffe des General de Gaulle Michel CAILLAU ist. Es sammelt bei ehemaligen heimgekehrten Kriegsgefangenen Informationen über die Lager. Er leitet auch Auskünfte über den Standort der deutschen Einheiten und den Verteidigungsstellungen an der Küste weiter.
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| - Über die KG Lager. |
- Über die Landung von englischen Flugzeugen. |
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Netz Charrette MRPGD. Fragebögen, Mikrofilme: klicken Sie auf das Bild zu vergrößern.. |
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| Am 10. Juni 1945, ein Monat nach seiner Rückkehr aus Dachau. |
Mit der Organisation des Netzes Charette für Nordfrankreich beauftragt nimmt er an dessen Fusion mit zwei anderen KG Netzen3 teil und gründet die Nationale Bewegung der Kriegsgefangenen und Deportierten, dessen Chef er für die Normandie wird.
Während er an der Befreiung von Rouen teilnehmen soll, wird er am 18. April 1944 von der Gestapo bei einer Kontaktadresse in Paris verhaftet. Streng verhört ist er im Gefängnis von Fresnes gefangengehalten worden.
Am 2. Juli 1944 fährt er mit dem „Todeszug" von Compiègne nach Dachau. In seinem Waggon mit 100 Menschen, gibt es 74 Tote. Ins KZ-Lager Neckargerach geschickt, arbeitet er im Kommando Olbicht, um unterirdische Stollen zu graben.
Erschöpft ist er am 20. Dezember 1944 ins Lager Vaihingen verlegt worden, das zu einem Sterbelager für Arbeitsunfähigen (betitelte „Faulenzer" und unterernährt) geworden ist. Von den 120 Kameraden, die mit ihm hierher kamen, werden innerhalb von 4 Monaten 99 sterben.
Jean THOMAS ist noch vor der Befreiung von Vaihingen durch die französischen Truppen ins KZ-Dachau verschleppt worden. An Typhus erkrankt, wiegt er 38 Kilos bei der Befreiung des Lagers.
Er verfolgt seine Karriere in das französische Heer als Offizier der Infanterie und dann als Quartiermeister. Danach wird er Direktor einer wichtigen Pensionskasse, dann wird er zum Bürgermeister seines Dorfes La Bouille ernannt. Als Vizepräsident der französischen Lagergemeinschaft des KZ-Lagers Dachau schreibt er seine Erinnerungen: „Bis zum sanften kleinen Bach" (Kleinglattbach), eine Stätte des Lagers Vaihingen.
Seit 1946 verheiratet, ist er Vater von drei Kindern. Oberstkommissar (h) Jean THOMAS ist Kommandeur der französischen Ehrenlegion und Großoffizier des Nationalen Verdienstordens.
1 Kriegsgefangenenlager.
2 3 000 Piloten der Royal Air Force werden auf dieser Weise nach England zurückkommen - unter dem Einsatz des Lebens von 500 Patrioten, die erschossen wurden oder während der Deportation gestorben sind.
3 ein davon war von François Mitterand geführt.







