archiv 

 
 

Geistliche Musik aus dem KZ Dachau
und anderen Lagern

Donnerstag, 28. April 2016, 19 Uhr | Karmel Heilig Blut
 
 

IMG 7763

 

Namen statt Nummern online

 Namen statt nummern ist jetzt auch digital zu erreichen, ein Artikel imSüddeutsche Zeitung.

Die Homepage des Projekts ist unter www.gedaechtnisbuch.org zu erreichen.

 
 
 
 
 

 

Initiative !Nie wieder!
Erinnerungstag im deutschen Fußball
 
„!Nie wieder“, Diese Botschaft der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, haben Fußballfreunde vor 11 Jahren aufgegriffen und den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ins Leben gerufen. Am 27. Januar 2004 wurde die Initiative in der Evangelischen Versöhnungskirche, KZ-Gedenkstätte Dachau, gegründet. Die Anregung kam aus Italien. Ein Bündnis aus Einzelpersonen, Fangruppen und Fanprojekten, Vereinen, Verbänden und Institutionen aus dem Fußball gedenkt seitdem der preisgegebenen  Familienmitglieder und engagiert sich für eine würdige Gedenkkultur und für ein Stadion ohne Diskriminierung.
 

 

 Gedenkveranstaltung 26 April

 

sculptureHubertusvonPilgrim2Gedenkveranstaltung für die Opfer der Todesmärsche

Einladung Evangelische Versöhnungskirche KZ-Gedenkstätte Dachau;
Wir laden ein in die KZ-Gedenkstätte Dachau zur Gedenkveranstaltung für die Opfer der
Todesmärsche am Sonntag, 26. April 2015. Beim Auftakt um 14.30 Uhr in der Versöhnungskirche
sprechen die Zeitzeugen Abba Naor (Israel), der als Jugendlicher am 26. April 1945 vom KZ Dachau
aus auf den Todesmarsch getrieben wurde, und Diakon Fritz Koeniger, der mit seiner Familie
unmittelbar neben dem KZ wohnte und als Kind Zeuge der Ankunft des Todeszuges aus dem KZ
Buchenwald war. Herzog Franz von Bayern, der als 11-jähriger „Sippenhäftling" mit einem Zug von
Dachau aus in Richtung Tirol abtransportiert wurde, wird als Ehrengast teilnehmen. Im Anschluss
wird ein Stationenweg den ersten Kilometern folgen, die Abba Naor und seine Leidensgenossen
vor 70 Jahren nehmen mussten. Der Weg führt an einer maroden Barackensammelunterkunft für
Flüchtlinge auf dem Gelände eines früheren KZ-Außenlagers entlang. An dieser Station wird der
„Runde Tisch gegen Rassismus Dachau" ein Zeichen für eine menschenwürdige Unterbringung der
Flüchtlinge und gegen aktuelle Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen setzen.
Die zentralen Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager
finden am Sonntag, 26. April 2015, in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und am Sonntag, 3. Mai
2015, in der KZ-Gedenkstätte Dachau statt. An beiden Orten nehmen zahlreiche Überlebende als
Ehrengäste und Zeitzeugen teil.
 
 

monument detailIMG 7594

Gedenken kann man nicht stehlen. Dafür stehen wir ein.

Mahnwache des Dachauer Runden Tisches gegen Rassismus an der KZ-Gedenkstätte diesen Sonntag

 

Der Dachauer Runde Tisch gegen Rassismus, der sich seit Frühjahr diesen Jahres regelmäßig trifft, steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Florian Hartmann und setzt sich aus allen demokratischen Parteien im Dachauer Stadtrat und darüber hinaus, sowie aus Vertretern der Kirchen, der Verwaltung, privater Vereine, der Wohlfahrtsverbände, der Gewerkschaften, von KZ-Überlebenden und insbesondere auch der Jugend zusammen.

Es ist ein außerordentlich breites Bündnis entstanden, das sich für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rassismus sowie für Bewusstseinsschärfung und Aufklärung einsetzt. Mit Erfolg arbeitet das Bündnis gerade an der Kampagne "Kein Platz für Rassismus" zusammen mit Dachauer Gastronomen und Geschäftsleuten. (Näheres unter www.dachau-zeigt-zivilcourage.de)

 

Angesichts des Diebstahls des historischen Tores im Eingang zur KZ-Gedenkstätte Dachau letztes Wochenende betrachtet es der Runde Tisch gegen Rassismus als seine ureigene Aufgabe, der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass die entstandene Lücke an diesem Gedenkort gegen Rassismus und Naziterror eigentlich nur eine optische Lücke ist: Die Existenz und das Wirken unseres Bündnisses zeigen, dass das Gedenken, die Aufklärung und der zivilgesellschaftliche Konsens gegen Rassismus unverbrüchlich fortbestehen, weil sie gerade nicht materieller Natur sind.

 

image exibition drawing7597Daher halten wir am


Sonntag, den 9. November 2014, von 12.30 Uhr bis ca. 13.00 Uhr


eine stille Mahnwache ab. Treffpunkt ist am Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte, der genaue Ort der Mahnwache wird dann endgültig feststehen.


Wir fordern all unsere Unterstützerinnen und Unterstützer auf, an dieser Mahnwache teilzunehmen. Geben wir gemeinsam ein Signal, dass wir längst bereit sind, Verantwortung für das Gedenken an die Opfer der Nazi-Gräuel sowie für das Miteinander in unserer Gesellschaft zu übernehmen, und dass wir uns nicht von Angriffen jedweder Art und ganz gleich welcher Motivation erschüttern lassen. Unser Motto lautet daher "Gedenken kann man nicht stehlen. Dafür stehen wir ein."

 

Die Teilnahme an der Mahnwache lässt sich verbinden mit dem Besuch der beiden Veranstaltungen zum Jahrestag der Pogromnacht auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte: Um 11 Uhr beginnt in der Evangelischen Versöhnungskirche der ökumenische Gedenkgottesdienst mit der Eröffnung der Ausstellung "Täter, Helden, Opfer - Bilder gegen das Vergessen". Um 13 Uhr beginnt am ehemaligen Jourhaus die jährliche Gedenkveranstaltung der DGB-Jugend mit dem Credo "Erinnerung muss leben".

Evangelische Versöhnungskirche
in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Alte Römerstr. 87

 

 

 

 

IMG 7763


 

 

 

 

Namen statt Nummern

 Am Sonntag, den 22.3.2015 um 16 Uhr lädt der Trägerkreis Gedächtnisbuch am 82. Jahrestag der Errichtung des KZ Dachau zur Vorstellung der neuen Gedächtnisblätter in die Kirche des Kloster Karmel Heilig Blut, Alte Römerstr. 91 ein. Zahlreiche neue Blätter, mit den Lebensgeschichten von Häftlingen des KZ Dachau werden vorgestellt. Mit Henk van de Water, der von niederländischen Schüler/innen begleitet wird, können wir auch dieses Jahr wieder einen Überlebenden des KZ Dachau begrüßen, dessen Gedächtnisblatt an diesem Nachmittag vorgestellt wird.

„Durch den persönlichen Kontakt und die Freundschaft mit Otto Schimmel habe ich so viel über ihn erfahren, dass ich ein ganzes Buch füllen könnte.“, schreibt die Dachauer Schülerin Christina Kranz über ihre Recherche zu dem aus Ungarn stammenden Juden, der jetzt in den USA lebt. 14 Ehrenamtliche verfassten eine Biographie eines ehemaligen Häftlings des Konzentrationslagers Dachau. Am 22. März stellen sie Gedächtnisblätter über den jüdischen Kinderarzt Ludwig Kaumheimer, den katholischen Geistlichen und Sorben Alois Andritzki, den Kommunisten und Widerstandskämpfer Max Günther, den jüdischen Lehrer Gustav Neustädter,… und andere vor.


Der heute 91-Jährige Henk van de Water hat der Schülerin Ischa Schrijver seine Geschichte erzählt: „`Van den Wasser, morgen ab nach Dachau!´ - Ich hatte keine Ahnung was das bedeutete, aber ein Zellengenosse erklärte mir: ‚Morgen kommst du nach Dachau, ins Konzentrationslager.‘“ Henk van de Water wurde verhaftet, als er nach anderthalb Jahren Zwangsarbeit einen Fluchtversuch gewagt hatte. Jetzt begleitet er Ischa Schrijver zur Präsentation seines Gedächtnisblattes nach Dachau.

link gedaechtnisbuch.blogspot

Tekst;Teams der Versöhnungskirche, Klaus Schultz

 

 

 

IMG 7765Namen Statt Nummern Dachau

Bericht Jan van Ommen;

Am Samstag, den 22. März 2014 fand in Dachau eine Veranstaltung im Rahmen der Aktion „Namen statt Nummern" statt. Seit 1999 werden am Jahrestag der Errichtung des Lagers Biografien ehemaliger Dachau-Häftlinge vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

IMG 7677

 2012 war ich zum ersten und dieses Jahr zum zweiten Mal auf der Veranstaltung. Die hauptsächlich von Schülern erarbeiteten Kurzbiografien werden dem Gedächtnisbuch hinzugefügt, das bereits etwa 160 Biografien enthält. Diesmal waren es zwölf Biografien, unter diesen die meiner Mutter. Unter den vorgestellten ehemaligen Häftlingen waren Juden, Christen, ein Kommunist und ein „Asozialer".
Die für das Gedächtnisbuch ausgewählten Niederländer Jan van Kuik und Ernst Sillem waren persönlich anwesend. In den Niederlanden ist die Aktion recht bekannt. Vor einigen Jahren entdeckte ein niederländischer Journalist einen mit dem Absender Dachau vermerkten Brief im Schaufenster eines Briefmarkenhändlers in Amsterdam. Daraus resultierte eine längere Recherche, folgten Reisen nach Tschechien, und es ergab sich eine Biografie eines ehemaligen Dachau-Häftlings. Aus der Biografie folgte eine Zusammenarbeit mit der Aktion „Namen statt Nummern", an der auch niederländische Schüler teilnahmen. Schade nur, dass an den niederländischen Schulen nur noch wenig Deutsch unterrichtet wird. Mein Kontakt mit Jos Sinnema kam zu Stande, als er auf der Suche nach Material für eine Biografie von Kiky Heinsius war. Auch meine Untersuchung über die Frauen des Agfa-Kommandos in München www.vanommenverzet.eu basiert großenteils auf Material von Kiky Heinsius.IMG 7697
Als ich auf eine Biografie meiner Mutter angesprochen wurde, dachte ich es sollte schon jemand mit christlichem Hintergrund sein. Dann wurde ich von einer jungen Dame angerufen, die gerne einen Beitrag für das Gedächtnisbuch über meine Mutter machen wollte, aber gleich darauf hinwies, dass sie keinen Bezug zur Religion hatte. Nach etwas Zögern habe ich Henriette Schulze zugesagt. Mir gefiel ihre Ehrlichkeit. Sie hat es sehr gut gemacht und mein Anliegen ist keineswegs zu kurz gekommen. Zu meiner Überraschung hat sie mit einer Mitschülerin das Programm sehr schön musikalisch begleitet.
IMG 7696Ich war beeindruckt vom Einsatz und der Professionalität der Schüler. Henriette Schulze war ein Mal in Amsterdam und ein Mal hat sie uns hier in Reinbek besucht. Die Schüler werden gut vorbereitet und bekommen reichlich Zugang zu den Archiven. Sie finden ab und zu Dokumente, die den Betroffenen (bzw. Familien der Betroffenen) nicht vorlagen. Jan Kuik zum Beispiel erhielt kürzlich einen Brief, den er seinen Eltern aus der Haftanstalt in Bregenz geschrieben hatte, aber von der Leitung nie weitergeleitet worden war. Die noch lebenden ehemaligen Häftlinge sind bemüht, den Schülern etwas mit auf den Weg zu geben. IMG 7700Dem Überlebenden, Paul Herzeg, war es wichtig zu vermitteln, nicht alle Täter über einen Kamm zu scheren („Don't make collective judgements"). Er war mit seinem Vater in Dachau eingeliefert worden. Der Vater starb im Lager. Ein Wächter erwischte den Sohn bei einem Fluchtversuch. Er erwartete, getötet zu werden. Der SS-Mann bringt den Jungen aber in die Lagerküche zum Kartoffeln schälen. Nach dem Krieg besucht der Sohn, der jetzt in Kanada wohnt, das Grab des in Deutschland beerdigten Vaters und bemerkt, dass jemand das Grab mit Blumen versorgt. (Die Unbekannte und der Sohn haben sich später kennen gelernt.)
IMG 7650Zum Schluss kam der Niederländer Ernst Sillem zu Wort. Er sprach vom Wert des Aufwachsens im christlichen Elternhaus im Alltag des KZs. Er sagte die Überlebenschancen waren nicht höher, aber man lebte besser. Beim späteren gemeinsamen Essen im Hotel sprach ich ihn im Vorbeigehen an und erwähnte, dass meine Mutter die gleiche Erfahrung gemacht hatte: Sie schrieb von einer singenden Mutter und einem betenden Vater. Worauf Herr Sillem antwortete: „Bei uns war es umgekehrt, mein Vater hat gesungen und meine Mutter hat gebetet".
Das Projekt „Namen statt Nummern" illustriert die Chancen der Ökumene in der Gedenkstättenarbeit. (Ähnliches bot die ehemalige in Ravensbrück entstandene Wanderausstellung „Christliche Frauen im Widerstehen".) An der KZ-Gedenkstätte Dachau befinden sich die Evangelische Versöhnungskirche, die Katholische Seelsorge und das Kloster Karmel nah an einander.